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Auf nach Lappland!

Im Morgentau bauen wir das Zelt ab und packen wieder alles ein. Wir wollen an der Rezeption bezahlen, es ist aber wieder keiner da und keine Regel für Spätankömmlinge vermerkt. So fahren wir mit leicht schlechtem Gewissen los und beanspruchen halt dann das schwedische Jedermannsrecht für uns. (Man darf hier überall für eine Nacht bleiben, zumindest etwas entfernt vom Privatgrund)

Wir kaufen in Luleå ein (die Shopping-Areale sind hier wirklich riesig!) und fahren Richtung Kiruna. Endlose Birken-Kiefernwälder säumen die Straße, wir lugen allzeit konzentriert, um endlich einen Elch zu sehen (Wir sehen keinen...)

Es geht gut voran, und laut Herrn Google gibt es eine Nebenstrecke. Nach einer halben Stunde Fahrt möchte Herr Google, dass wir in einen Feldweg einbiegen. Noch 200 km auf dem Feldweg? Wir beratschlagen kurz und kehren auf die Hauptstrecke zurück. Nicht ohne kurz ein weibliches Rentier mit ihrem Kalb über die Straße huschen zu sehen. Na immerhin! Zu kurz, um die Kamera zu zücken, aber wir freuen uns.


Bach ins Moor

Nein. Hier gibt es keine Mücken.

Kiefer. (Nikolas, Sutherland, Noch so´n Spruch, ...-Bruch)

Lappland. Wie Kanada. Hach.

Wenn ich den See seh´, brauch ich kein Moor mehr.

Abend wird´s im Land der Lappen

Yukon dreams

Einer der größeren Flüsse

...einer der Kleineren


Es geht weiter Richtung Norden, 50 km vor Kiruna wird ein netter kleiner Campingplazu beschrieben. Wir biegen von der Hauptstraße ab Richtung Pillijärvi.

Pilli heißt wohl verborgen auf finnisch (oder sämisch, weiß ich leider nicht genau), hier haben sich früher die Schmuggler und Steuerflüchtlinge vor den Häschern des Königs versteckt. An einem tollen See gelegen mieten wir eine Hütte vom freundlichen älteren Chef, der hervorragend Englisch spricht. Wir bleiben zwei Nächte, um uns und den Hunden mal ein kurzes Durchschnaufen zu ermöglichen, sämtliche Batterien aufzuladen und uns etwas von der Fahrerei zu erholen.


Pillijärvi-Panorama

Båts-Hytta

Träumen vom Elch...

...oder lieber Elchwurst?

´cuz I´m happy...

Weideröschen (glaube ich)


Mit dem Radl fahren wir in den Wald, um eine Fotolocation für eventuelle Nordlichter zu ergründen. Mein operierter Hax macht das ganz gut mit und die Hunde haben ihren Spaß.

Wir fahren dann nochmal den Weg entlang, um meine neue Zweitdrohne, sie heißt Hermine (Danke, Silke!), ein wenig fliegen zu lassen. Das tolle an der Drohne ist, dass man die Landschaft um einen herum auf einmal viel besser kapiert, gerade, wenn man mitten im Wald steht. Lappland ist einfach herrlich schön! Und so einsam!


eine der seltenen grüne Männchen-Sichtungen über Lappland :-)

Unendliche Weiten...

Hier wohnt niemand.

Studie von oben S/W

...und Farbe

S/W...

...und Farbe. Merkta, wa?

Lange Schatten in der Abendsonne

Sjö, leider ohne Elch


Wir essen und um halb 10 brechen wir auf.

Auf dem Forstweg kreuzt ein Elch über die Straße. Ganz kurz, ein Schatten nur, Tanja hat ihn leider nicht gesehen. What a Brackle, wie der Engländer zu sagen pflegt! Wie geil, auch wenn viel zu kurz!

Es ist noch ziemlich hell und wir stellen uns an einen kleinen See, der Richtung Norden zeigt, die bisherigen Nordlichter, die wir gesehen hatten, tauchten auch immer im Norden auf. (Sonst hießen sie ja auch Südlichter oder Irgendwolichter :-) )


Die Locationscanner sind zufrieden

Du hast die Haare schön...

Pastelli

die blaue Stunde beginnt!

Mir dämmert da was


Leider ist Richtung Norden auch genau der helle Schein der Dämmerung, naja, abwarten. Zwei Kameras und wir harren der Dinge.

Plötzlich sehen wir genau ÜBER uns eine schimmernde Wolke. Sie fängt an zu tanzen, DA IST SIE, die Aurora!


Let the show begin!

Zuerst zart...


Ich hantiere nervös mit beiden Kameras, es geht alles so schnell auf einmal.

Was wir in der nächsten Stunde erleben, ist der Hammer!

Sie tauchen in ALLEN Himmelsrichtungen auf, manche nur kurz aufflackernd, manche an Ort und Stelle verweilend, stärker und schwächer werdend. Ich mache time-lapse Aufnahmen, hole die dritte Kamera, versuche zu filmen, um uns herum explodiert der Himmel.


Der Mond geht auf

Zarte Bande

Ich habe einen Schimmer

es beginnt zu tanzen

Manchmal auch ein heller Schein...


Manchmal ist fünf Minuten Pause, Tanja geht wegen der Kälte zwischendrin ins Auto, ich bin am Wirbeln und Frohlocken. Man sieht ein leichtes Schimmern, die Augen haben sich an die Dunkelheit gewöhnt, manchmal vergeht es, manchmal beginnen sie zu tanzen. Was für ein Wunder der Natur. Ich als Wikinger hätte da auch irgendwelche höheren Mächte im Himmel vermutet. Walhalla ruft zur Schlacht!


noch nicht mal das helle Mondlicht stört!

flieg, Feuervogel!

die Asen tanzen

Freya lädt ein

I´m just a Cosmic girl

Das Glück des Knipsers

Auch die Dämmerung stört gar nicht mehr

Da Wahnsinn.


Die Gattin streikt langsam wegen der Kälte („wir sind in Nordskandinavien, Schatzi, dann zieh´ Dir halt was gscheites an! Das hier sehen wir einmal im Leben!“)

Wir fahren trotzdem zum Campingplatz zurück und letztendlich sehen wir sie auch da, dann sogar über dem See. Okay, eine neue Location schadet hier nicht. Also guuuut.

Teilweise gibt es das grüne Grundleuchten, dann wieder flackern grüne Tänze auf, die sich mitunter in weiß-lila verfärben.

Nach zwei Stunden wird es langsam weniger, mir fällt ein neues Phänomen auf. Die dunkleren grün-grauen Wolken führen einen wahren Veitstanz auf! Von einer Sekunde auf die andere wechseln sie über den gesamten Himmel in wahnsinniger Geschwindigkeit, mir fehlt der Vergleich und es ist leider zu dunkel, um es als Film einzufangen. Ich lasse die Kamera durchlaufen und gehe um halb drei völlig geschafft, ein wenig durchgefroren aber überglücklich ins Bett.


PS: Ich habe so viele Bilder, das wird dauern, bis alle bearbeitet sind, werden nachgereicht :-)...

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