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Fotografie aus dem Oberland

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Die Wildhund-Rettungsstation


Morgens in den Matopos-Bergen

Der nächste Morgen empfängt uns noch isländischer, der Wind hat zugenommen und es hat sportliche 5 Grad. Bibbernd besteigen wir nach dem Zeltabbau den Bus und kaufen in Bulawayo nochmal ein. Hier hat auch die Dollartankstelle keinen Sprit mehr und wir fahren erstmal los, mal schaun, wie weit wir kommen.



An der Kreuzung, Alltagssituation

Auch wenn die Teerstraße holprig ist, geben unsere Jungs richtig Gas und wir kommen gut voran. Kurz vor dem Hwange Nationalpark machen wir halt am painted dogs conservation center, einer Rettungsstation für die stark bedrohten Wildhunde. https://www.painteddog.org/

Sie sind stark vom Aussterben bedroht, es gibt nur noch einige tausend Tiere. Hier ist die Hauptbedrohung die Schlingenwilderei, die unselektiv alles tötet, was in die Schlinge läuft. Auch hier stellt sich, bevor man den moralischen Zeigefinger hebt, wieder die Frage, wie wir reagieren würden, um etwas zu essen zu bekommen, die Hauptmotivation der Schlingenwilderer. Wenn das Bushmeat der Ernährung der Familie dient, fände ich es irgendwie in Ordnung, wenn die Einheimischen ein begrenztes Kontingent der z.B. ubiquitär vorhandenen Impalas jagen dürften.


Irgendwann war mal Geld da


Maria führt durch die Ausstellung

in verschiedenen Sprachen erklärt

Schädel eines Wildhunds


Toller Hut!

Die Ausstellung zum Center erzählt sehr plakativ die Lebensgeschichte eines Wildhunds nach. Ein ganz wichtiger Punkt ist die Information der einheimischen Bevölkerung, dass Schlingenjagd nicht gut ist und dass die Wildhunde stark bedroht sind. Wir werden durch die tierärztliche Station geführt, alles ist sauber sortiert, aber wahrscheinlich wir d hier nicht unbedingt jedes mal eine neue Spritze oder Kanüle verwendet. Im Moment sind nur zwei Hunde in einem Gehege da, sie kommen auf Zuruf, sind aber nicht zahm. Einer hält den Kopf leicht schief und scheint ein neurologisches Problem zu haben, der andere hat eine Fraktur des Unterarms, seine Pfote pendelt unkontrolliert hin und her und er setzt das Bein nicht ein. Ich frage den Tierpfleger, die Wildhunde tolerieren keine Verbände; ich frage mich, ob man hier doch mit einer Wald- und Wiesenosteosynthese nicht Abhilfe schaffen könnte. Eine portugiesische Tierärztin betreut wohl die Station bei Bedarf.


Einer der Pflegehunde mit leichter Kopfschiefhaltung

Veterinärstation

Veterinärstation Teil 2

Ich rede mit Maria, die uns durch die kleine Ausstellung geführt hat und vielleicht ergibt sich die Möglichkeit, von Deutschland aus ein klein wenig Hilfe zu organisieren. Die Angestellten hier sind mit Herzblut dabei und man merkt, nicht zuletzt am kleinen Wildhundfriedhof, wie sehr ihnen der Schutz dieser faszinierenden Tiere am Herzen liegt. Ich kaufe zwei Shirts und einen Wildhund, gefertigt aus Schlingendraht von einer Falle, zumindest ein bisschen kann ich da schon helfen


Wildhundfriedhof

Wir beziehen unser Camp neben dem Hwange-Park, das erste mal die Möglichkeit, dass größere Wildtiere durchs Camp ziehen könnten sorgen dafür, dass wir abends nur zu zweit zur Wasserstelle oder zur Bar gehen sollen. Wir lernen einige Südafrikaner kennen, die gerade die maroden Stromleitungen sanieren und die nicht so begeistert von der Arbeitsmoral der lokalen Arbeiter sind. Sie meinen das irgendwie nicht abfällig, sie sind nur auch relativ verzweifelt, wie man etwas ändern könnte. Die Bosse sahnen als Subunternehmer ab und die kleinen Arbeiter werden viel zu niedrig bezahlt. Ein Mindestlohn würde dem Spiel guttun.


Es gibt WLAN !

Ein Kauz begrüßt uns

Es tritt in der Bar eine leicht touristisch anmutende Folkloregruppe auf, die tanzen und singen, trotzdem schön. Irgendwann werde ich auf die Tanzfläche gezerrt und versuche mich in einheimischen Tänzen. Meine Frau, die in ihrer Jugend nicht das Glück hatte, in ihrer Jugend von ihren Eltern durch halb Europa gezerrt zu werden (im positiven Sinne!), hat so ihre Probleme mit dem Englisch. Die erste Hürde ist ja erst mal, sich sprechen zu trauen, egal wie falsch es ist. Ich war in der glücklichen Situation, schon frühzeitig erfahren zu dürfen, dass Englisch einfach gut als Universalsprache taugt und überall auf der Welt gesprochen wird. Irgendwann mit 16 oder 17 habe ich dann in Griechenland nach dem zweiten Bier mal angefangen, die Scheu, sich auf Englisch zu artikulieren abgelegt und seitdem habe ich kein Probleme, einfach drauf loszureden. Spätestens wenn man mit Süderopäern oder Asiaten redet, muss einem meistens auch die Fehlerquote nicht so peinlich sein. So, und jetzt haben wir den Salat. Sie verliert langsam ihre Scheu und plappert jetzt morgens auf Englisch drauf los, dabei hatte ich mich doch so gefreut, ein klein bisschen Ruhe zu haben ;-) Just kidding, toll, dass sie sich endlich traut und manchmal darf man ja ein wenig Schmunzeln „The Water tropfs down the tent“. Bussi, Schatzi! Ich platziere die Wildkamera an einem Wechsel 100 Meter von unseren Zelten und bin gespannt, ob sich Nachts spezielle Tiere am Camp vorbeischleichen.

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