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Krüger Nationalpark- Big 4

Es geht los! Morgens um halb 7 in der Lodge treffen sich drei Reisegruppen, die alle in unterschiedliche Richtungen aufbrechen. Man rätselt, wer in der eigenen Gruppe dabei ist und hofft, dass man nette Guides und Mitreisende bekommt. Nach kurzem Briefing teilen sich die Gruppen auf und ich denke, wir haben es ganz gut erwischt. Die biestig dreinschauende Kurzhaarige mit ihrem Mann biegt in die Lodgegruppe ab. Wir sind zwei Schweizer, zwei Holländer und 8 Deutsche, darunter Hans-Jürgen mit 79 Jahren bei weitestem der Älteste. Er wirkt topfit und ist vergnügt. Unsere Guides sind Ishmael aus Simbabwe, ein ruhiger, angenehmer Charakter mit feinem Sinn für Humor und Clinton, ein südafrikanischer, ebenfalls sehr sympathischer Bursche. Wir machen rasch Kilometer auf dem Highway, um 18.00 Uhr müssen wir spätestens im Krüger-Nationalpark sein, sonst werden wir nicht mehr reingelassen. Die Landschaft wechselt langsam von niedrigem Buschwerk zu bergigem Terrain, zwischendrin sind wir auf 1700 Meter, um dann in den tiefergelegenen Krügerpark hinunterzufahren. Die Gespräche drehen sich um die „Big five“, das sind Leopard, Löwe, Kaffernbüffel, Elefant und Nashorn. Der Begriff kommt noch aus Zeiten der Großwildjagd, diese fünf waren am schwierigsten zu erlegen. Es is nicht gerade ein Sechser im Lotto, aber dennoch nicht jedem auf seiner Tour vergönnt, einen Leoparden zu sehen, dem scheusten der Big Five. Eine Erwartungshaltung beim Krüger-Nationalpark zu haben ist schwierig, da er so weitläufig ist, in etwa so groß wie Belgien, und man dementsprechend Glück haben muß, etwas zu sehen. Außerhalb des Parks sind kaum wilde größere Säugetiere vorhanden, zu groß ist der Konflikt zwischen Mensch und den Tieren. Nachdem wir das Tor passiert haben, erspähen wir einige Impalas, und kurze Zeit später sind schon drei Elefanten in 10 Meter Entfernung unter einem Baum nicht sonderlich schwer auszumachen. Nummer eins der Big five. Ein entgegenkommender Fahrer erzählt uns von einem Leoparden in einem Baum, und die Guides werden aufgeregt. Das schwierigste Tier sofort nach 20 Minuten Tour zu erleben, läßt sie hoffen.


Ein Leopard!

Und tatsächlich, kurze Zeit später liegt ein sehr fauler Leopard im Baum und döst. Alles ist in heller Aufregung, und nachdem wir zunächst nur seinen Hintern präsentiert bekommen haben, legt er sich um und man sieht den Kopf von vorne. Ich denke, es ist ein weibliches Tier, sie atmet heftig in der Hitze und interessiert sich überhaupt gar nicht für die Autos , die sie belagern. Ishmael und Clinton klatschen sich ab, es fällt die Last von ihren Schultern ab, ihren Kunden eine Leoparden präsentieren zu müssen, dem schwierigsten Tier unter den „Big Five“.


Was für ein majestätischer Anblick!

Einen Kilometer weiter liegen zwei mächtige männliche Löwen neben einem Busch und die Guides bekommen sich gar nicht mehr ein, was wir für Glück haben. Kurze Zeit später noch eine Löwin im Busch, darauf ein paar Büffel und wir haben vier der fünf „begehrenswerten“ Tierarten im Sack. Mir selbst ist diese Unterteilung nicht so wichtig, Hauptsache wildlebende Tiere! Als wir kurz darauf einen Flußlauf beäugen, indem ein reiherartiger Vogel steht, springt plötzlich ein großer männlicher Leopard vom Baum, bleibt stehen und zieht dann gemächlich sines Wegs. Der Abend naht, es ist Zeit für einen Antilopensnack. Clinton und Ishmael drehen am Rad, ZWEI Leoparden nach einer halben Stunde game drive im Krügerpark. Es kann aus ihrer Sicht fast schon nichts mehr schiefgehen, sie hatten letztens die „lucky group“ und wir sind jetzt schon die „most lucky group“. Kurze Zeit später kommt die erste Giraffe des Wegs, es geht zu wie bei einer Tiersendung im ZDF.


Bald beginnt die Jagd

Um die nächste Ecke warten direkt am Straßenrand zwei Hyänenbabys. Sie strahlen tatsächlich in diesem Alter noch Kindchenschemaniedlichkeit aus. Ishmael strahlt und sagt“ You have to smile to the nature and then the nature smiles back to you“ Wir haben anscheinend der Natur sehr viel zugelächelt, es ist, neben den Leoparden-sichtungen, wohl in diesem riesigen Gebiet viel Glückssache dabei, eine derart breite Palette an Tierarten sichten zu können. Wir laufen unsere erste Übernachtungsstation an, der mit Elektrozaun gesicherte Campingplatz Letaba mit Shop, Swimming Pool und normalen Toiletten sowie einem Elefantenmuseum mt unglaublichen Stoßzähnen und interessanten Infos. Meine Erwartungshaltung war ja eher rustikaler, Tanja und ich sind uns aber einig, dass es nichts schadet, wenn wir langsam an das Thema „Übernachten inmitten von Tieren, die dich potentiell verspeisen würden“ herangeführt werden. Die Guides zeigen uns, wie man die Zelte aufstellt, es wird gekocht, jeden Tag ist eine andere vierköpfige Küchencrew dran und dann sitzen alle im Kreis um ein Lagerfeuerchen. Erste Kennenlerngespräche finden statt, eine wirklich sympathische Truppe und die Gruppe geht dann schnell in die Kojen. Ich versuche, die fantastische Milchstrasse zu fotografieren, die Lichter auf dem Campingplatz sind aber zu hell. Im Hintergrund rufen Hyänen und ich sehe auch eine 10 Meter von mir entfernt, am Zaun entlangspazieren, was für ein Viech! Zufrieden gehe ich ins Bett.


Noch sindse niedlich...

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