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Fotografie aus dem Oberland

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Viele Tiere, Emotionen

Den nächsten Morgen ist um 6.00 Uhr Frühstück, es geht früh los in Afrika, in Anlehnung an die Zeit, in der die Sonne scheint, von 6 bis 6. Meine Frau und der Rest der Crew müssen noch eine Weile ohne meine überschwängliche gute Laune auskommen, ich bin einfach kein Morgenmensch und es dauert 1-2 Stunden, bis der Kaffee gewirkt hat und die alte Diesellok auf Drehzahl kommt. Heute steht ein 180 km Game-drive durch den Krügernationalpark an, d.h. Wir fahren in relativ langsamer Geschwindigkeit auf der guten Teerstraße nach Norden, 14 Augenpaare sind nach rechts und links gerichtet und schauen, was da so neben der Straße steht. Auch wenn eine geteerte Straße zunächst komisch anmutet, laut Clinton ist es für die Tiere besser, wenn wir keine Staubwolken mit den Autos produzieren, die sich dann auf die Pflanzenblätter legen und das Futter verschlechtern.


Mutti Hyäne im Beauty-Contest

Was soll ich sagen? Mein Auslöser glüht. Elefanten, Kaffernbüffel, Giraffen, Kudus, Warzenschweine, Steinböckchen, Strauße, Nilpferde, Krokodile, Riesentrappe, Hyäne, Schreiseeadler, Zebras, Kudus, Tsessebe-Antilopen, Kampfadler und, JAAA!, Kaffernhornraben, es geht zu wie bei Heinz-Sielmann und Prof. Grzimek in den besten Zeiten. Die Natur ist überwältigend gut zu uns, es gibt auch Fahrten, wo man schlicht und ergreifend nichts sieht, weil das Getier irgendwo anders ist. Elefanten und Kaffernbüffel gibt es im Übermaß, teilweise sehen wir Herden von mehreren Hundert Büffeln und irgendwo lauert immer auch ein Elefant.


Die Riesntrappe-größter flugfähiger Vogel Afrikas

Die Menge und Vielfalt an beeindruckenden Wildtieren ist immens, eine Wunder der Natur und der Evolution. Die Tiere, die ich ja aus Zoos und Fernsehen im Prinzip gut kenne, frei in ihrer natürlichen Umgebung zu erleben, gibt uns allen ein erhabenes Gefühl. Dennoch ist es natürlich so, dass auch so ein Nationalpark ein eingezäuntes Gebiet ist und im Rest des Landes Südafrika zumindest keine großen Säugetiere willkommen sind.


Ein Elefantenrüde

Der abendliche Campingplatz in Punda Maria ist wunderschön in Hügeln gelegen, und nach der wirklich großen Hitze des Tages ist es das Tüpfelchen auf dem I, dass hier ein Pool ist, in dem wir auf Betriebstemperatur herunterkühlen können.


Was guckst Gnu so?

Ishmael zaubert ein leckeres Hühnchengericht und danach kommt die Runde zusammen, um sich ausführlich vorzustellen und die Motivation und Erwartungshaltung für diesen speziellen Urlaub darzulegen. Es folgt ein unerwartet emotionaler Moment als Peter, der Holländer, unvermittelt in Tränen ausbricht. Seine Mutter ist vor 6 Wochen gestorben und diese Safari soll ihm helfen, auf andere Gedanken zu kommen. Zunächst herrscht kurz betretenes Schweigen, aber dann erhält er stumme Zustimmung und wohlwollendes Nicken. Ich denke, die ausgewogene Dynamik dieser Gruppe kann ihm helfen, ein wenig darüber hinwegzukommen. Unser Guide Clinton ist 27 und wollte eigentlich Tiermedizin studieren, aufgrund der Studiengebühren war es ihm leider unmöglich, und so ist er Guide geworden, weil seine große Liebe der Tierwelt gehört. Als ich mich vorstelle, muß ich schmunzeln, er wußte noch nichts von meinem Beruf.


Ein klein wenig Büffel

Als letzter ist Ishmael dran, er kommt aus Zimbabwe, wo ja ein größerer Teil der Tour stattfinden wird. In ihm schwingt eine große Menge Stolz über sein Heimatland mit. Er beschwört mit ruhiger, charismatischer Eindringlichkeit den Teamgeist und den Spirit der Gruppe, und wir hängen gebannt an seinen Lippen. Er ist wirklich eine außergewöhnliche Persönlichkeit, und in Verbindung mit dem gutgelaunten Naturliebhaber Cllinton haben wir die zwei richtigen Reisebegleiter gefunden. Ich entnehme seiner Erzählung auch ein sehr positives Urteil über den ehemaligen Präsidenten. Er hat die Apartheid im damaligen Rhodesien beendet und die schwarze Bevölkerung an die Macht geführt. (Ehrlich gesagt kenne ich die genauen historischen Zusammenhänge noch nicht so genau, aber so ungefähr war es) Dass am Ende der Regentschaft das dereinst florierende Land zuungunsten der Bevölkerung heruntergewirtschaftet hat und er am Ende der reichste Mann im Land war, scheint der Beurteilung unter den Menschen keinen Abbruch zu tun. Hmmm.


Guguck!

Zum Zeitpunkt der weißen Herrschaft hat das Land durch Rohstoffe und Landwirtschaft floriert und es gab wenig Menschen ohne Arbeit. Kann und muß man sich als Europäer hier eine Meinung bilden? Hier gibt es sicherlich kein, öhem, schwarz und weiß in der Beurteilung, sondern nur sehr sehr viele nuancierte Graustufen. Korruption erscheint zumindest allgegenwärtig und ein beträchtlicher Teil des Gesamtproblems zu sein. Die Wahrheit geht wahrscheinlich in die Richtung, dass jemand unabhängig von der Hautfarbe die Ressourcen des Landes sinnvoll nutzt und die Bevölkerung gerecht davon profitiert. Öha, wird das jetzt ein Politik-Blog? Nein, es geht primär um schöne Fotos, aber ich kann hier nicht nur im Bus sitzen und Elefanten angucken. Der Campground hat sogar eine beleuchtete Wasserstelle, an der sich des Abends Elefant und Büffel den Schwanz in den Rüssel reichen. Leider ist der Aussichtspunkt von einheimische hardcore-Fotografen belagert, deren Teleobjektive soviel kosten wie meine gesamte Ausrüstung und die, während ich die plantschenden Elefanten und die schnaubenden Büffel filmen will, andauernd tuscheln. Von rechts leuchtet ein dickes Kind den ankommenden Tieren mit einer 1000-Watt Funzel ins Gesicht. Mir wird das zuviel und ich mache abseits noch ein paar Milchstrassenfotos, Um FÜNF gibt es morgen Frühstück und ich habe noch fünf Stunden Schlaf vor mir, als ich in die Falle steige.

ein männlicher Kudu-what a beauty!

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