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Great Zimbabwe


Latent ungemütlich.

Am nächsten Morgen erwartet uns ein leichtes Nieseln, wir sitzen in den Wolken. Unser Führer, er heißt Gift, holt uns ab und er führt uns durch die 7-800 Jahre alten Ruinen. Er ist sehr gebildet und weiß allerlei über die historische Stätte zu berichten. Es sind die größten bekannten steinernen Ruinen im südlichen Afrika. Das angeschlossene Museum hat auch keinen Strom und wir erleuchten die kleinen Räume mit unseren Stirnlampen. Die geschnitzten Vogelfiguren haben teilweise abenteuerliche Reisen durch europäische Museen usw. hinter sich, spielen aber eine immens wichtige Rolle in der Geschichte Simbabwes, ein Kampfadler findet sich auch in der Nationalflagge wieder. Die Farben der Flagge bedeuten Rot: Blut, Gelb: die Mineralien und Bodenschätze, grün: Natur, Schwarz: die schwarze Bevölkerung, weiß: Frieden und blau für die Wirtschaft. Man merkt Ishmael und Gift an, wie stolz sie auf ihr Land sind und die Ruinen von Zimbabwe sind letztendlich auch der Namensgeber für das gesamte Land. Zimbabwe bedeutet „das große Haus aus Stein“.


Herbst im Harz. Ah, stimmt nicht, Great Zimbabwe


Wehrgang


Steine.

Gift. Ich denke, eher englischsprachig konnotiert als deutsch

Die goldenen Artefakte im Museum sind durch eine Alarmanlage und eine Videokamera geschützt. Da es keinen Strom gibt, sind sie leider auch out of order... Die Ruinen an sich erinnern an Burgen in Mitteleropa aus derselben Zeit und sind beeindruckend. Der Nebel läßt alles in einem mystischen Licht erscheinen. Es gibt ein kleines Museumsdorf, stellvertretend für das Volk der Shona, sie stellen 80% der Bevölkerung.


König Carlungungwa der dritte hält Hof

S´isch näblig (Carlungungwa, der Dritte)

Shona-Dorf

Eine Gruppe schon etwas älterer Musiker und Tänzer erwartet uns, sie versuchen mit Auftritten über die Runden zu kommen. Als die Musik einsetzt und die Tänzerinnen mit an ihren Fesseln befestigten Rasseln den Takt vorgeben, trifft mich die Kraft des Lieds wie eine Wand. Eine Welle an Emotionen durchflutet mich und mir kommen ob der brachialen ursprünglichen Schönheit und Kraft der Darstellung die Tränen. So etwas habe ich noch nicht erlebt, und es ist gut. Ich war schon immer ein Anhänger „schwarzer“ Musik in all ihren Facetten und jetzt weiß ich, dass ich für mich damit richtig liege. Mir ist komplett unverständlich, wie die Menschheit so schreckliche Wirrungen wie Jon Bon Jovi hervorbringen konnte. Gift bläst auf dem Kuduhorn und Ishmael zeigt endlich den berühmten Ostrich-dance, den er uns schon seit 2 Tagen schuldet. Der Rest unserer Truppe gesellt sich zu den Tänzern, ein tolles Erlebnis.


Percussion-Crew



Tanz der Shona, Detail

tanz der Shona-Tänzerin

Wuwwuwwuwuuuwuuujei

Es ist, auch nach so wenigen Tagen in Afrika unmöglich, die Erlebnisse in geeignete Worte zu fassen, so vielschichtig sind die Erfahrungen, die wir hier machen. Einerseits die große Armut, andererseits die unglaubliche Freundlichkeit und Lebensfreude der Menschen, die auch wenn sie nichts haben, mit dem Leben zurechtzukommen scheinen. Läge bei uns so derartig vieles im Argen, gäbe es nach wenigen Wochen einen Volksaufstand, hier gewinnt man den Eindruck, dass die Leute die Situation mehr oder weniger akzeptieren und darauf bauen, dass schon irgendwann bessere Zeiten kommen werden.


Gruppenfoto, linke Schräge.

Gift stepping down

Nachmittags versuchen wir Diesel zu bekommen. Ishmael hat in den Ruinen ständig am Telefon versucht, herauszufinden, wo es gerade noch welchen gibt. An den Tankstellen sind 200 Meter lange Schlangen, wir tanken in irgendeinem Hinterhof an einer Zapfsäule, die Dollars akzeptiert, mit der zimbabwischen bonds-Währung muß man sich anstellen. Ohne Ishmaels Fähigkeiten wäre es schwierig bis unmöglich gewesen, weiterzukommen. Wir nähern uns dem Matopos-Nationalpark, einer sehr schönen Landschaft mit zahlreichen skurillen Granitformationen. Wir erreichen unser Camp mit fantastischer Aussicht auf einem Plateau in 1300 Metern Höhe. Unten im Tal ist eine Wasserstelle, an der sich Kudus, Gnus, Zebras, Giraffen, Warzenschweine und Klippspringer tummeln. Leider ist es zu windig, um ein Feuer anzuzünden, wir essen in einem überdachtem Lodgegebäude zu Abend und ich installiere meine Wildkamera. Hier gibt es nämlich keinen Zaun mehr und die Tiere streifen frei umher. Außer Leoparden könnten einem Schlangen und Skorpione zu Leibe rücken. Wir haben den Eindruck, dass wir vom Veranstalter langsam an die wirklichen Herausforderungen herangeführt werden.


Zimbabwe und Schweiz. Ganz einfach

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